Der Krieg in Sierra Leone und eine anschließende Ebola-Epidemie hätten viele seelische und körperliche Wunden hinterlassen: Rebellengruppen schlugen Menschen die Hände ab, um sie an der Teilnahme an Wahlen zu hindern. Das Militär übernahm in einem Staatsstreich die Macht. Zehntausende Menschen wurden während der elf Kriegsjähre getötet, verstümmelt oder – sogar als Kinder – zu Gräueltaten an ihren Landesleuten gezwungen.
Der Seelsorger begann sich mit beiden Männern gemeinsam zu treffen. Der Bettler machte seiner Wut Luft: „Früher konnte ich arbeiten, heute kann ich nicht einmal mehr ohne Hilfe zur Toilette gehen. Siehst Du, in was für eine Situation du mich gebracht hast?“ Der Täter sei in Tränen ausgebrochen, erzählt Pfarrer Konteh: „Er erinnerte sich nach und nach an die Umstände der Tat. Er erzählte, dass er unter Drogen gesetzt worden war. Sie sehen, auch die Täter sind traumatisiert.“
Dabei spiele auch das stabile Miteinander von Christentum und Islam in Sierra Leone eine große Rolle. Gut zwölf Prozent der acht Millionen Einwohner von Sierra Leone sind Christen, über 60 Prozent Muslime.
Das soll nun auch beim neuen Projekt in der Trauma-Seelsorge spürbar werden. Selbstverständlich werden die ausgebildeten Geistlichen sowohl für Christen als auch Muslime da sein. Um die Weiterbildung fachlich und methodisch an den neuesten Entwicklungen auszurichten, arbeitet die „Bruderschaft Katholischer Priester“ mit der US-amerikanischen Universität Boston zusammen. Später sollen auch Ordensleute und freiwillige Helfer in der Begleitung traumatisierter Menschen geschult werden, so Pfarrer Konteh: „Auf diese Weise hoffen wir, ein Leuchtfeuer der Hoffnung für eine Nation zu sein, die noch immer tiefe Wunden zu heilen versucht.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Sierra Leone
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